Die diesjährige Ausgabe der CRB-Partnertagung stand unter dem Motto «Schönheit – Qualität – Kreislaufwirtschaft». Im ersten Teil der halbtätigen Veranstaltung näherten sich drei Referenten, ein Journalist, ein Architekt und ein Vertreter von ecobau, diesem Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Vertreter von CRB spannten anschliessend den Bogen zu den Auswirkungen auf die Software-Partner und informierten über laufende Aktivitäten.
Gaby Jefferies | 28.10.2026
Kurt Iten, Sales- und Partnermanager bei CRB, begrüsste die Software-Partner sowie die Verwerterinnen und Vertreter der Fachverbände und erklärte, dass ein im Februar 2026 in der NZZ publizierter Artikel von Rico Bandle die These aufstellte, dass soziale oder ökologische Aspekte in der Architektur heute höher gewichtet werden als Schönheit. Dieser kontrovers diskutierte Text habe ihn auf das Motto der Veranstaltung gebracht.
Für Rico Bandle, Leiter NZZ-Feuilleton, begann die Abkehr von der Schönheit Anfang des letzten Jahrhunderts. Als Beleg dafür stellt er verschnörkelte Jugendstil-Bauten modernen, farblosen Mehrfamilienhäusern ohne dekorative Elemente gegenüber.
Als Grund für diesen Wandel führt er die grossen Umwälzungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf, die sich auch auf die Architektur auswirkten. Alles, was nicht dem eigentlichen Zweck diente, verschwand. Da wir «hässlichen Bauten» nicht ausweichen können, uns in einem schönen Umfeld wohler fühlen und schöne Gebäude zudem langlebiger sind, ist das Achten auf Schönheit für Bandle auch ein Gebot der Nachhaltigkeit.
Boris Brunner, weberbrunner architektur AG, näherte sich dem Thema von einer anderen Seite: Die Situation ist ernst. Der Bausektor verursacht 40% der Treibhausgas-Emissionen, 90% des mineralischen Rohstoffverbrauchs und 55% des Abfalls. Planen im Kreislauf ist für ihn daher unerlässlich. Was das heisst, zeigte er am Beispiel der drei sanierungsbedürftigen Triemli-Personalwohnhäuser auf, die für eine weitere Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren instandgesetzt werden. Ausgehend von einer detaillierten Zustandsanalyse wird ein ReUse-Konzept erarbeitet, das unter Einbezug verschiedener Rollen und Fachgebiete koordiniert, geprüft und nach Entscheid der Bauherrschaft umgesetzt wird. Dass die Zuständigkeit für Bauteildaten aktuell nicht geregelt ist und die Daten nicht am Bauteil liegen, sieht Brunner als Problem. Von den Software-Partnern wünscht er sich offene Schnittstellen zwischen den Systemen, eine frei nutzbare eBKP-H-Klassifikation als gemeinsame Sprache, Kostenkennzahlen und Ökobilanzdaten sowie Werkzeuge, die Modelle mit Ausschreibungstexten verknüpfen.
Für Chrstopher Zimdars, Leiter Material & Instrumente bei ecobau, sind Nachhaltigkeit und Schönheit keine Gegensätze, sondern Teil eines grösseren Ganzen. Ecobau, ein gemeinsamer Verein von Bund, Kantonen, Gemeinden und Schweizer Bildungseinrichtungen, schafft mit seinen Instrumenten Voraussetzungen dafür, dass schöne Architektur auch ökologisch, gesund und kreislauffähig ist. ecoBKP-Merkblätter unterstützen ein nachhaltiges Materialkonzept, ecoDevis – ökologische Vorgaben nach NPK-Struktur – helfen bei der Ausschreibung, und das Verzeichnis der ecoProdukte zeigt gesunde Bauprodukte, die nach bestimmten Kriterien bewertet wurden. Die Instrumente unterstützen zirkuläres Bauen von der Herstellung, über die Verarbeitung und Nutzung bis zur Entsorgung.
Kurt Iten betonte, dass Anbieter, die ecoDevis als zusätzliche, NPK-konforme Datensätze in ihre Software einbinden und damit kreislauffähige Ausschreibungen unterstützen sowie für ergänzende Kennwerte eigene Datenfelder und Schnittstellen schaffen, sich als strategische Partner für die öffentliche Hand und institutionelle Bauherrschaften positionieren. In Bezug auf Schnittstellen zu BIM-Modellen sei die Verknüpfung von NPK-/ecoDevis-Positionen mit Bauteilen von zentraler Bedeutung, damit Kreislaufanforderungen schon im Modell sichtbar sind.
Marcel Chour, Portfolio-Manager bei CRB, informierte über die Richtlinie «IfA18 – Informationen für Applikationen», die die Regeln zum Datenaustausch beschreibt. Sie hat sich im täglichen Betrieb bewährt, dennoch gibt es offene Fragestellungen, Widersprüche und neue Anforderungen. Um diese zu klären, wurde eine Kerngruppe eingerichtet. Remo Wegmann, Leiter Marketing, Verkauf und Kommunikation sowie Mitglied der CRB-Geschäftsleitung, kündigte für 2027 500 CRB Kostenkennwerte für Berechnungselemente an, und ging kurz auf das Projekt «CRB Data Dictionaries» ein. Er schloss mit dem Hinweis, dass die Anforderungen im Umgang mit Standards und Normen im Zusammenhang mit der Nutzung von KI-basierten Software-Tools eine neue Definition für die Zusammenarbeit sowie für Datenschutz und Datensicherheit benötigen.
Der folgende Stehlunch wurde für Fragen an die Referenten und den Austausch genutzt.
Allen Teilnehmenden herzlichen Dank!
Hier finden Sie einige Impressionen der Partnertagung 2025.