Per Anfang 2026 wurde das E-Book «Anwenderhandbuch eBKP-H» um die Modellierungsrichtlinie «Modellbasierte Kostenermittlung Landschaftsarchitektur» ergänzt. Wir haben Projektleiter Lukas Schmid von Landscale AG zum Mehrwert für die Anwendenden befragt.
Interview: Michael Milz | 29.03.2026
Zusammen mit einer Arbeitsgruppe haben Sie die Modellierungsrichtlinie «Modellbasierte Kostenermittlung Landschaftsarchitektur» ausgearbeitet. Was ist der Benefit in der Anwendung?
Verschiedene Rollen in der Planung können diese Arbeitsergebnisse auf verschiedene Arten und Weisen verwenden. Angefangen in der Modellierung auf Seiten Landschaftsarchitektur und Gartenbau können die Büros nun ihre Vorlagen und Bibliotheken verlässlich anpassen. Es wird durch diese Modellierungsrichtlinie eine entsprechende Modellqualität geben, die dann seitens BIM-Koordination genutzt werden kann, um Analysen und regelbasierte Modellprüfungen machen zu können – und zwar sowohl in Bezug auf Kosten als auch auf Mengen und Massen.

Worin besteht der grösste Mehrwert, und wer profitiert am meisten davon?
Ein zentraler Mehrwert liegt in der durchgängigen Nutzung von Daten über alle Projektphasen hinweg, ohne Medienbrüche und unabhängig von der eingesetzten Software. Den grössten Vorteil haben die Modellierer: Diese können nun im Modell Varianten integrieren und diese gleich auf ihre Kosten prüfen – entweder direkt in der Modellier-Software oder dann nachgelagert in einem IFC. Durch diese Datendurchgängigkeit lassen sich Änderungen konsistent auswerten, ohne Informationen neu aufbereiten oder mehrfach erfassen zu müssen. Insofern ergibt sich auf allen Seiten Zeitersparnis, aber auch eine Qualitätssteigerung und eine für alle standardisierte Modellqualität für die Freiraumplanung.
Wie werden diese Mehrwerte erreicht?
In der Projektierung (Vorprojekt, Bauprojekt, Bewilligungsverfahren) und in der Ausschreibungsplanung können die Freiraummodelle mit wenig Aufwand ausgewertet werden, um eine entsprechende Kostensicherheit zu gewährleisten. Die klar definierten Modellierungsregeln und Prozesse ermöglichen es, Mengen und Massen direkt aus dem Modell abzuleiten und mit einer einheitlichen Kostenlogik zu verknüpfen.
Wo kommen diese Mehrwerte besonders zum Tragen?
Diese Systematik kann für Kostenschätzungen und Kostenvoranschläge, aber auch für die Devisierung verwendet werden und bringt Zeiteffizienz und Kostensicherheit in das Projekt. Insbesondere die durchgängige Datenbasis zwischen Projektierung und Ausschreibung reduziert Fehlerquellen und erhöht die Nachvollziehbarkeit der Kosten über diverse Projektphasen hinweg.
Welche Learnings nehmen Sie und die Fachgruppe aus der Ausarbeitung der Arbeitsergebnisse mit?
Der Regelsatz von CRB sollte frei zugänglich sein. Nur so können sämtliche Planungs- und Projektbeteiligten auf einen gemeinsamen Standard zurückgreifen, der bereits in der Modellierung die Voraussetzungen für eine NPK-konforme Devisierung schafft. Wenn der Regelsatz nicht frei zugänglich ist, bleibt diese Vorstufe für viele Branchenakteure nicht sichtbar. Ein weiteres zentrales Learning ist die Bedeutung der Zusammenarbeit über Fachgrenzen hinweg: Die Arbeitsergebnisse wurden in enger Kooperation mit dem «Runden Tisch – BIM in der Landschaftsarchitektur», BSLA, JardinSuisse, Landscale AG, CRB sowie weiteren Partnern wie Bauen digital Schweiz/buildingSMART Switzerland erarbeitet und zeigen, wie Standards, Praxis und Ausbildung sinnvoll miteinander verknüpft werden können.
Die Publikationsreihe «Modellbasierte Kostenermittlung Landschaftsarchitektur» stellt eine modellbasierte Methode zur präzisen und effizienten Kostenermittlung in der Landschaftsarchitektur zur Verfügung. Die Publikationsreihe umfasst den Prozessbeschrieb, die Modellierungsrichtlinie, Mustermodelle sowie den CRB-Regelsatz Kapitel I und ist ab sofort als kostenlose Ergänzung Teil des E-Books Anwenderhandbuch eBKP-H. Bestehende Anwenderinnen und Anwender des E-Books finden die neuen Dokumente in der Medienbibliothek zum Download.