Beim diesjährigen get2gether, dem traditionellen Netzwerk-Anlass von CRB, stand das im November 2024 eröffnete Universitäts-Kinderspital im Mittelpunkt. Andrea Erpenbeck, Architektin bei Herzog & de Meuron, informierte über die Entstehung dieses einzigartigen Spitalbaus. Bei der anschliessenden Führung konnten die Gäste die Ausstrahlung der warmen, naturnahen Architektur auf sich wirken lassen und die verschiedenen objektspezifischen Sonderlösungen bestaunen.
Gaby Jefferies | 23.10.2026
Jeweils im Herbst lädt CRB zu einem Anlass ein, der die persönliche Begegnung mit Vereinsmitgliedern und Partnern ermöglicht und gleichzeitig ein architektonisch interessantes Objekt vorstellt. Am 13. Oktober trafen sich etwa 100 geladene Gäste im zylindrischen Gebäude «Forschung und Lehre» nördlich des Kinderspitals Zürich. Hier arbeiten Spezialistinnen und Spezialisten an der Entwicklung neuer zukuntsweisender Therapien.
Nach der Begrüssung erläuterte Remo Wegmann, Leiter Marketing, Verkauf und Kommunikation sowie Mitglied der Geschäftsleitung, wie CRB gemeinsam mit Partnern an sogenannten Data Dictionaries arbeitet. Ziel ist dabei, Fachwissen so zu strukturieren, dass Menschen und unterschiedliche Software-Lösungen ein einheitliches Verständnis haben und Informationen nahtlos weitergegeben werden können. Anschliessend präsentierte Filippo Palermo, Product Manager, die Neuerungen der PRD-Plattform, die aktuell komplett überarbeitet wird. Sie unterstützt Architektinnen und Architekten bei der Suche nach Bauprodukten und Materialien und ermöglicht den Vergleich.
Andrea Erpenbeck, Architektin bei Herzog & de Meuron, gab in ihrem spannenden Referat einen Einblick in die Entstehung des Kinderspitals Zürich. Dabei wurde deutlich, wie sorgfältig und bis ins letzte Detail durchdacht das Architekturbüro aus Basel gestaltet. So wurden beispielsweise für die Pfosten-Riegel-Fassade oder die Wendeltreppe aus Beton zuerst Mock-ups gebaut, die dann geprüft und weiterentwickelt wurden.
Im Fokus des Architekturkonzepts stehen die kleinen Patienten, ihre Familien und die Menschen, die sie betreuen. Die wichtigsten Prinzipien für das Kinderspital wurden bereits für das REHAB Basel, das 2002 eröffnet wurde, entwickelt: Privatheit, Tageslicht, Orientierung, Gemeinschaft, Zusammenhang. Die aus der städtebaulichen Situation abgeleitete Form und die kindgerechte Architektur des neuen Kinderspitals vermitteln ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Geringe Gebäudehöhe, begrünte Begegnungsorte, die vom Spitalalltag ablenken, und Kunst, die zum Entdecken einlädt, aber auch als Rückzugsmöglichkeit dient. Andrea Erpenbeck betonte die wichtige Rolle der Bauherrschaft: Diese wünschte sich ein Spital, das nicht aussieht wie ein Spital.
Im Erdgeschoss des siebengeschossigen Gebäudes befinden sich ein Hörsaal und zwei grosse Seminarräume. In den oberen fünf Geschossen sind Forschungslabore und Büros untergebracht. Hier gibt es sowohl offene Arbeitsplätze als auch abgeschlossene Räume, was beste Voraussetzungen für Wissensaustausch und Zusammenarbeit bietet.
Die kindgerechte Architektur des Neubaus zeigt sich schon am Eingang. Das grosse Tor ist nicht beweglich und die Holzkonstruktion, die die Öffnung verkleinert, verweist auf den kindlichen Massstab. Das Erdgeschoss ist eine kleine Stadt mit verschiedenen Quartieren entlang der Hauptstrasse (Restaurant, Notfall, Polikliniken, Bilddiagnostik, Intensiv, OP). Runde und rechteckige Höfe schaffen Orientierung und bringen Licht und die Natur ins Innere. Im ersten Obergeschoss geht es um Gemeinschaft und Austausch: Hier sind die Büros und Polikliniken sowie Schule und Kindergarten untergebracht. Im Dachgeschoss befinden sich 114 Patientenzimmer, die in einer Ringstruktur angeordnet und nach aussen orientiert sind. Sie wirken wie kleine Häuschen und sind als Rückzugsorte ausgestaltet.
Die Verwendung von Holz, die grossen und die kleinen runden Fenster, die sich öffnen lassen, vermitteln einen wohnlichen Charakter, Eltern können auf Zustellbetten direkt neben ihrem Kind schlafen. Im Innenbereich sind spezialisierte Zentren zur Behandlung der Kinder untergebracht, so bleiben die Wege kurz. In den zwei Untergeschossen sind die Therapiezentren, die Technik und die Tiefgarage.
Nach der ausführlichen Einführung konnten die Gäste bei der etwa einstündigen Führung durch das Kinderspital die Architektur auf sich wirken lassen, das Ambiente spüren und von aussen und innen die vielen beeindruckenden Details entdecken. Die wohnliche Atmosphäre, die bepflanzten Innenhöfe, das viele Holz und Tageslicht liessen den Zweck des Gebäudes fast vergessen, nur die kurzen Begegnungen mit den Pflegenden und der Blick in ein Patientenzimmer erinnerten daran.
Der anschliessende Apéro riche im Restaurant des Spitals bot Gelegenheit, sich über das Gesehene auszutauschen und noch offen gebliebene Fragen zu stellen.
Allen Teilnehmenden herzlichen Dank!
Hier finden Sie einige Impressionen des get2gether 2026.