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Sprachtalent mit Blick fürs Ganze

Wie viele andere auch machte Michael Wetzel nach der Matura einen Sprachaufenthalt – allerdings nicht an einer Uni oder Schule, sondern als Schweizergardist beim Papst in Rom. Seit rund zweieinhalb Jahren ist er Korrektor im Sprachdienst von CRB. Seine Fremdsprachenkenntnisse kann er auch im Support einbringen. 

Michael Milz | 08.07.2026
 

«Nach der Matura wollte ich ohnehin ein Auslandsjahr machen», erinnert sich Michael Wetzel. Wie es der Zufall wollte, habe er damals eine Dokumentation gesehen, in der auch der Vatikan und die päpstliche Schweizergarde vorkamen. «Ich habe dann auf der Website der Garde gesehen, dass sie Schnupperwochen anbietet», erzählt er weiter. Im schlimmsten Fall hätte er einfach eine Woche lang günstig Ferien gemacht. So schlimm war die Schnupperwoche dann allerdings nicht, im Gegenteil: Es habe ihm von Anfang an gefallen, und schliesslich seien das Abenteuer und die Aussicht, die Sprache zu lernen, verlockend gewesen. Im Februar 2013 startete er seine Ausbildung zum Hellebardier in Rom – ausgerechnet in der Zeit des Konklaves, denn der damalige Papst Benedikt XVI. erklärte just in jenen Tagen seinen Rücktritt.

 

Hat in Rom unter anderem gelernt, auch in stressigen Momenten die Ruhe zu bewahren: Michael Wetzel, Korrektor bei CRB und ehemaliger Schweizergardist.

Steckbrief 

  • Vorname/Name: Michael Wetzel
  • Alter: 33
  • Sternzeichen: Jungfrau
  • Funktion: Korrektor, CRB-Support (Stv.)
  • Bei CRB seit: 2023
  • Lieblingswein: Pinot Noir Reserve vom Weingut Goldwand
  • Lieblingsbuch: «Der Überläufer» von Siegfried Lenz
  • Lieblingsfilm: «Interstellar» von Christopher Nolan (generell Filme von Christopher Nolan)
  • Hobbys/Freizeit: Familie, Lesen, Podcasts, Wandern, American Football schauen (Lieblingsteam: Pittsburgh Steelers)

Von der ZHAW zu CRB

Nach den obligaten 25 Monaten Dienst bei der Schweizergarde begann Michael Wetzel ein zweisprachiges Studium der katholischen Theologie an der Universität in Fribourg, womit nun auch Französisch an Bedeutung gewann. Das Studium mit seiner sehr freien Struktur hat es ihm aber nicht so angetan. «Ich habe dann an die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur gewechselt und Fachübersetzer aus dem Italienischen, Französischen und Englischen ins Deutsche studiert», erzählt er.

Im Sommer 2023 schloss Michael Wetzel seinen Masterstudiengang ab. Und wo ein Ende ist, ist meist auch ein neuer Anfang, denn nur zwei Tage nach der Präsentation seiner Master-Thesis kam sein Sohn zur Welt. «So hatte ich in der Zeit, in der ich nach einer Stelle suchte, auch gleich meinen Vaterschaftsurlaub!» Im November desselben Jahres startete er dann bei CRB – für jemanden mit seinem Faible für Sprache wenig überraschend – im Sprachdienst: Als Korrektor ist er mitverantwortlich für die sprachliche Einheitlichkeit und Fehlerfreiheit des Normpositionen-Katalogs NPK. Kreativität ist hier nicht gefragt, dafür vorausschauendes Arbeiten und der Blick fürs Ganze – und das liegt ihm.
 

Teamgeist und Neugierde

«Am schönsten bei CRB ist der Teamzusammenhalt, den wir haben», sagt er. Es mache einfach Spass, mit den Leuten zusammenzuarbeiten. Zudem sei die Arbeit sehr lehrreich. «Vor meiner Stelle bei CRB habe ich mit dem Bau fachlich nichts zu tun gehabt», sagt er. «Aber ich glaube, Übersetzerinnen und Übersetzer sind von Natur aus neugierig – du musst dich immer wieder in neue Themengebiete einarbeiten.» Zudem habe seine Arbeit auch einen Impact: «Die NPK-Kapitel, die ich sprachlich begleite, kann ich auch ein bisschen beeinflussen.» Am Ende ein fertiges Produkt in den Händen zu halten, habe nun mal etwas sehr Befriedigendes.

Seine Fähigkeit, ausser in seiner Muttersprache Deutsch auch fliessend in Französisch, Italienisch und Englisch zu kommunizieren, kommt ihm zudem in seiner zweiten Funktion als Stellvertreter von Daniel Pfeffer vom CRB-Support zupass. Einen halben Tag pro Woche und in der Ferienabwesenheit von Kollege Pfeffer ist Michael Wetzel intern wie extern die erste Ansprechperson, wenn es Probleme mit Produkten und Anwendungen von CRB gibt. Hier ist nicht entscheidend, dass er jedes Problem sofort lösen kann, sondern seine Aufgabe ist es, die Anfragen entsprechend zu triagieren. Mit seinem Blick fürs Ganze hat sich Michael innert kurzer Zeit auch im Support gut eingelebt.
 

Schwitzen im Rebberg

Neben der geistigen kennt Michael Wetzel aber auch die körperliche Arbeit: Seine Schwiegereltern besitzen in Ennetbaden ein Weingut, und schon während des Studiums hat er immer wieder im Rebberg mitgearbeitet. «Ich weiss mittlerweile sehr gut, wie viel Schweiss vergossen wird, bis ein Tropfen Wein ins Glas kommt.» Da überrascht es auch nicht, womit man Michael immer eine Freude machen kann: mit einem feinen Essen und einem guten Glas Wein!

Und was nimmt Michael Wetzel aus zwei Jahren Schweizer Garde für sein Berufsleben mit? «Ich habe in Rom gelernt, auch in stressigen Momenten die Ruhe zu bewahren und wie wichtig der Teamzusammenhalt ist.» Und mit einem Lächeln fügt er hinzu: «Ich nehme auch mit, dass meine typisch schweizerische Abneigung gegen Improvisation etwas nachgelassen hat.»