CRB-Partner-Tagung 2019

Gut 60 Software- und CAD-Anbieter sowie Vertreter von Fachverbänden und Bildungsinstitutionen waren am 20. September 2019 nach Zürich gekommen, um sich mit CRB über aktuelle Veränderungen im Bauprozess auszutauschen. Auf dem Programm standen zunächst vier Referate, die sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit der Wertschöpfung im digitalen Bauprozess auseinandersetzten. Dann gab es vonseiten CRB ausführliche Informationen zur Entwicklungstätigkeit sowie zum aktuellen Angebot. Die Workshops am Nachmittag boten den Partnern Gelegenheit, ihre Ideen zu bauteilorientierter Ausschreibung und modellbasierter Angebotserstellung mitzuteilen.

Michel Bohren, Direktor CRB, zeigte sich erfreut, dass erneut zahlreiche Partner der Einladung von CRB gefolgt waren. Während bei der letztjährigen Tagung erste Konzepte präsentiert wurden, versprach er, dass es dieses Jahr konkreter wird. Für ihn steht fest, dass die digitale Durchgängigkeit von der Planung bis zur Offertstellung funktioniert, «nun arbeiten wir mit Hochdruck an den notwendigen Standards». Er betonte aber auch, dass CRB die klassischen Arbeitsmittel weiterhin pflegt und verbessert.

Veränderungen im Bauprozess aus unterschiedlichen Sichten

Für Markus Mettler, CEO Halter AG, ist «die Digitalisierung der Bau- und Immobilienbranche die Suche nach Perfektion in Produkten und Prozessen». Als konkrete Ziele bezeichnete er die Verbesserung der Besteller-, der Ersteller- und der Betreiber-Kompetenz. Um dies zu erreichen, braucht es aus Sicht des Gesamtleistungsträgers neue Zusammenarbeitsformen, eine offene Software-Umgebung, ein gutes Bau-Controlling und eine Kultur, die sowohl auf Austausch und Vernetzung setzt als auch auf Verantwortung und Führung.

Vincent Eckert, Head Internal Environmental Management, Swiss Re, vertrat die Sicht des Bauherrn. Er stellte die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und erläuterte das Konzept der Kreislaufwirtschaft von Madaster. Einen Mehrwert aus der Digitalisierung erwartet er vor allem vom nahtlosen Datentransfer und von der langfristigen Speicherung und Nutzung von Daten.

Aus Sicht des Generalplaners liegt die Wertschöpfung in neuen Formen der Zusammenarbeit. Gemäss Steffen Lemmerzahl, Partner bei SLIK Architekten, tritt ein interdisziplinäres Netzwerk an die Stelle vieler hierarchischer Organisationen. Weiter schlägt er vor, Leistungen als kleine digitalisierbare Arbeitspakete mit klarem Inhalt darzustellen.          

Um Wertschöpfung im digitalen Bauprozess zu erzielen, ist es für Daniel Eberhard, Projektleiter bei Eberhard Unternehmungen, notwendig, den Unternehmer bereits früh in den Prozess zu integrieren. Weiter müssen Tools, z.B. für das Ausmass, entwickelt werden, und die Bestellerkompetenz ist zu verbessern: «Der Besteller muss nicht nur wissen, was er will, sondern auch warum.»

Aktuelles rund um CRB

Im zweiten Teil des Programms gab Tanja Heublein, CRB, einen Überblick über den aktuellen Stand der Entwicklungsschwerpunkte im Kontext eBKP, NPK und BIM. Thomas Oberle von der unabhängigen CRB-Zertifizierungsstelle berichtete, dass bereits 20 Software-Partner IfA18-zertifiziert sind und weitere 30 mit dem Prozess begonnen haben. Ab Januar 2020 ist die IfA18 im Zusammenhang mit den CRB-Standards obligatorisch. Pasquale Petillo, CRB, verwies auf die Bedeutung des NPK in Bezug auf Verständigung und Rationalisierung. Er informierte über die NPK-Produktion der nächsten Jahre sowie über die Weiterentwicklung in Richtung bauteilbasierte Ausschreibung.

Welche Anlässe im Rahmen des 2018 initiierten Partnerprogramms in der Deutsch- und in der Westschweiz bis heute realisiert wurden, zeigten die Ausführungen von Darko Gajic und Reto Helbling, beide CRB. Weiter gingen sie auf die neue Website ein, auf der die Partner ein Kurzprofil sowie ihre Events veröffentlichen können, und stellten das aktuelle Weiterbildungsangebot vor. Sie erläuterten die Kommunikationsmassnahmen in Bezug auf die per Ende 2019 auslaufende Übergangsfrist der IfA18 und verwiesen auf die auf der Website bereitgestellten Informationen. Die Übergabe der Zertifikate an sechs erfolgreich nach IfA18 zertifizierte Software-Anbieter schloss diesen Teil der Veranstaltung ab.   

Austausch von Ideen und Vorstellungen

Der persönliche und fachliche Austausch ist ein wichtiges Ziel der Partnertagung. Neben den Pausen boten die am Nachmittag durchgeführten Workshops eine gute Gelegenheit dazu. Die zahlreichen Inputs zur bauteilorientierten Ausschreibung und die engagierten Diskussionen rund um die modellbasierte Angebotserstellung haben deutlich gemacht, dass auch unsere Partner auf Zusammenarbeit setzen – herzlichen Dank!  

Was ist das Fazit aus den Workshops?

Stefan Reiser, PL Produktion

«Die Workshops sind auf reges Interesse gestossen – sowohl in den Arbeitsgruppen als auch im Plenum und in den Pausen wurde lebhaft diskutiert. Aus den spannenden Gesprächen nehmen wir zahlreiche wertvolle Inputs mit.»

Marcel Chour, PL Entwicklung & Technologie

«Wir konnten verschiedene offene Punkte mit unseren Partnern besprechen. Die Rückmeldungen und Erfahrungen unserer Partner helfen uns bei der Weiterentwicklung. Sie haben auch gezeigt, dass die aktuell eingeschlagene Entwicklungsrichtung in der modellbasierten Ausschreibung sowie beim modellbasierten Angebot als zielführend wahrgenommen werden.»

Was geschieht nun mit den Inputs?

Stefan Reiser, PL Produktion

«Die Inputs helfen uns, die aufgeworfenen Lösungsansätze in den NPK BIM einfliessen zu lassen. Dass unterschiedliche Stakeholder gemeinsam mit uns die Digitalisierung des Bauwesens ermöglichen wollen, freut uns besonders.»

Marcel Chour, PL Entwicklung & Technologie

«Die Inputs werden nun strukturiert und ausgewertet, dann definieren wir Massnahmen, die anschliessend anhand von BIM-Pilotprojekten verifiziert werden.»