BIM

Standards für die digitale Zukunft.

Die Bauwelt wurde in den letzten zwei Jahren mit Informationen zum Thema Building Information Modelling – kurz BIM – überhäuft. CRB hat in diesem dynamischen Umfeld lange zurückhaltend kommuniziert, ist aber sehr aktiv: So findet seit Längerem eine intensive Vernetzung mit unterschiedlichen Partnern der Schweizer Bauwirtschaft und ein reger Austausch mit Bauherren, Planern, ausführenden Unternehmen und Baumaterialherstellern zu diesem Thema statt. CRB geht es dabei vor allem um die Frage, wie die bestehenden CRB-Standards weiterentwickelt werden können, um den sich aus der Digitalisierung ergebenden Marktbedürfnissen dauerhaft gerecht zu werden. Aus diesem Grund werden nicht nur nationale Entwicklungen mit regem Interesse verfolgt, sondern ebenfalls internationale Veranstaltungen, wie das International Summit von buildingSMART in Barcelona Anfang April 2017, besucht.

Die bestehenden Baukostenpläne eBKP und das neue «eBKP-Gate» stellen im Hinblick auf die zukünftigen Anforderungen der Digitalisierung des Bauprozesses wertvolle Gliederungen dar. Durch die Verbindung zur PRD-Plattform von CRB werden sie zukünftig bei der Anwendung der BIM-Methodik eine wichtige Rolle spielen.
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Die bestehenden Baukostenpläne eBKP und das neue «eBKP-Gate» stellen im Hinblick auf die zukünftigen Anforderungen der Digitalisierung des Bauprozesses wertvolle Gliederungen dar. Durch die Verbindung zur PRD-Plattform von CRB werden sie zukünftig bei der Anwendung der BIM-Methodik eine wichtige Rolle spielen.

Dass CRB mit seinen Bestrebungen auf dem richtigen Weg ist, zeigt die Anwendung in der Praxis: Die beiden normierten Gliederungen Baukostenplan Hochbau eBKP-H und Baukostenplan Tiefbau eBKP-T konnten bei einzelnen BIM-Bauprojekten bereits erfolgreich angewendet werden und hier ihre BIM-Tauglichkeit nachweisen. Auch die darauf aufbauende, standardisierte Strukturerweiterung «eBKP-Gate», welche seit Januar 2017 erhältlich ist, wird mit den enthaltenen zwei weiteren standardisierten Ebenen in Form von Teilelementen und Komponenten diesem Anspruch gerecht. Doch dabei soll es nicht bleiben: Für den weiteren Jahresverlauf 2017 hat sich CRB drei konkrete BIM-Schwerpunkte auf die Fahne geschrieben.

Schwerpunkt 1:
Ausbau der bestehenden PRD-Plattform zur BIM-Library

Schwerpunkt 1 widmet sich der Frage, wie Product-Data-Sheets (Datenblätter mit definierten Attributen/Eigenschaften zu einem Bauprodukt) – kurz PDS – in der Schweiz erstellt werden können, um den Anwendern in der Praxis strukturierte Informationen zu einzelnen Bauprodukten zur Verfügung zu stellen. Da hierfür eine Abstimmung mit geltenden EU-Richtlinien und Schweizer Normen erforderlich ist, soll in einem ersten Schritt ein standardisierter Prozess zur Erstellung der PDS definiert werden, bevor diese als Erweiterung auf der bestehenden PRD-Plattform von CRB bereitgestellt werden. Als Mehrwert für den Anwender in der Praxis strebt CRB ferner eine Verknüpfung der PDS mit den bereits normierten Elementen der Baukostenpläne eBKP an. Darüber hinaus sollen strukturierte Produktinformationen in Form der PDS durchgängig in allen Projektphasen zwischen den Beteiligten ausgetauscht werden können.

Schwerpunkt 2:
Entwicklung generischer Product-Data-Templates PDT

In engem Wechselspiel mit dem ersten Schwerpunkt werden im zweiten Schwerpunkt zwei weitere Ziele verfolgt: Zum einen sollen die notwendigen Attributsets für die bestehenden Elemente der Baukostenpläne eBKP definiert werden. Zum anderen geht es um die Bereitstellung der zugehörigen IFC-Dateien (IFC ist eine EN Norm und seit Anfang Mai 2017 SN EN ISO 16739). Zukünftig sollen diese Daten nicht mehr nur für Bauadministrationsprogramme bereitgestellt, sondern darüber hinaus auch eine Anwendung und Austauschbarkeit mittels CAD-Programmen ermöglicht werden. Die Modellierung in einer CAD-Anwendung kann dann mit den Kostenermittlungen nach eBKP verknüpft werden, wodurch ein wesentlicher Mehrwert im Hinblick auf die Durchgängigkeit von Informationen während des gesamten Planungs- und Bauprozesses entsteht. Weiter werden im Rahmen dieses Schwerpunkts eingehende Analysen der aktuell verfügbaren Elemente, Teilelemente und Komponenten der bestehenden Baukostenpläne eBKP durchgeführt und falls nötig fehlende Elemente ergänzt bzw. bestehende Elemente zur besseren BIM-Tauglichkeit angepasst.

Schwerpunkt 3:
Entwicklung der zugehörigen Webservices

Zu guter Letzt erfordert die digitale Bereitstellung und Verwendung der CRB-Standards entsprechende Webservices, mit welchen die benötigten Daten im Kontext der BIM-Thematik bereitgestellt werden können. Diese Webservices sollen im Rahmen des dritten Schwerpunkts entwickelt werden.

Die drei genannten BIM-Schwerpunkte werden regelmässig mit den Themen und geplanten Aktivitäten innerhalb des «netzwerks_digital» abgestimmt. Dieser Interessenverbund aus führenden Repräsentanten der Schweizer Bauwirtschaft hat sich zum Ziel gesetzt, mit klar definierten Rollen seiner vier Mitgliederorganisationen SIA (Regulieren), CRB (Standardisieren), KBOB/ IPB (Bestellen) und Bauen digital Schweiz (Best Practise) die digitale Transformation im Planungs-, Bau- und Immobilienwesen zu koordinieren und gemeinsam voranzutreiben, wovon langfristig die gesamte Schweizer Bauwirtschaft profitieren wird.

Ansprechpartnerin

 

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