CRB-Generalversammlung

Digitalisierung braucht Standards und Zusammenarbeit.

Die 56. Generalversammlung von CRB, die Ende Mai in Zürich durch-geführt wurde, stand erneut ganz im Zeichen der Digitalisierung des Bauwesens. Da diese nur auf der Basis von Standards und Zusammen-arbeit vorangetrieben werden kann, sieht CRB genau darin seine Aufgabe.

Image CRB-Generalversammlung

Für die diesjährige Generalversammlung hat CRB eine besondere Umgebung ausgewählt und seine Vereinsmitglieder am 30. Mai 2018 in den Zoo nach Zürich eingeladen. Über hundert Teilnehmende waren dieser Einladung gefolgt – der gewählte Ort und das attraktive Programm hatten ihr Interesse geweckt.

Standards zur Vereinfachung
CRB-Präsident Amadeo Sarbach betonte in seiner Einleitung, dass eine effiziente Digitalisierung ohne zugrunde liegende Standards kaum möglich sei, und fasste die Aufgabe von CRB so zusammen: «Durch den Einsatz von Standards soll das Rationalisierungspotenzial bestmöglich ausgeschöpft und die Arbeitsweise von Planern, Ausführenden und Betreibern vereinfacht werden.»
Weiter hielt er fest, dass es sich dabei um keine einfache Aufgabe handelt, da ganz unterschiedliche Auffassungen zu vereinen sind. Durch die breite Abstützung im Vorstand könne CRB die Diskussion aber aus ganz unterschiedlichen Perspektiven führen und so zu breit abgestützten Lösungen kommen.

Blick zurück und nach vorne
Was bei CRB im vergangenen Geschäftsjahr umgesetzt wurde, machte der kurze Rückblick des Direktors deutlich. Michel Bohren sprach neben den ergänzten und revidierten ausführungsorientierten Hilfsmitteln wie NPK und BKP auch neue, elementbasierte Arbeitsmittel – eBKP-Assistant, eBKP-Gate und OAK Bildungs-bauten – an. Weiter führte er aus, «dass «strukturierte, maschinenlesbare Vorlagen für die Beschreibung von Bauteilen die Basis für digital unterstützte Prozesse bilden».
Mithilfe des Marktradars und einer vom Institut gfs-zürich durchgeführten Marktforschung verschaffte sich CRB ein detailliertes Bild zur Einstellung der Baubranche in Bezug auf die Digitalisierung. Dabei wurde auch klar, was die Befragten von CRB erwarten: das Vorantreiben der Standardisierung. Wie CRB diese Aufgabe angehen wird, fasste Michel Bohren in den Schwerpunkten der Entwicklungsplanung zusammen:
Neben der Überarbeitung von NPK-Kapiteln in gewohnter Form sollen neu auch Erkenntnisse aus Projekten rund um das Thema Digitalisierung berücksichtigt werden. Die Arbeitsmittel im Kontext der eBKP-Methode sollen in Richtung BIM-Kompatibilität weiterentwickelt werden.
Die anwesenden Vereinsmitglieder genehmigten den vorgelegten Jahresbericht ebenso einstimmig wie die von Roland Muff, Leiter Finanzen und Administration, präsentierte positive Jahresrechnung sowie alle weiteren statutarischen Geschäfte.

Wahlen
Amadeo Sarbach dankte den zwei zurückgetretenen Vorstandsmitgliedern für ihr grosses Engagement. Hans-Georg Bächtold setzte sich seit 2010 als Vertreter des SIA im Vorstand und Ausschuss von CRB dafür ein, die Zusammenarbeit der beiden Geschäftsstellen weiter auszubauen. Urs Allemann vertrat die Interessen der usic seit 2013.
Als Nachfolger stellten sich der neue SIA-Geschäftsführer Dr. Joris Ernest Van Wezemael, promovierter Wirtschaftsgeograf der Universität Zürich und habilitierter Architektursoziologe der ETH Zürich, und Alan Müller Kearns, dipl. Bauingenieur EPFL, MBA und Bereichsleiter Projekt- und Mobilitätsmanagement bei der Emch+Berger AG, zur Wahl. Die Vereinsmitglieder nahmen beide Wahlvorschläge an, und der Präsident gratulierte den zwei Neugewählten und hiess sie im CRB-Vorstand herzlich willkommen.
Nachdem die CRB-Mitglieder den gesamten Vorstand für weitere vier Jahre bestätigt hatten, ernannten sie den ehemaligen Vizepräsidenten Jean-Claude Nussbaumer für seine ausserordentliche Leistung zum Ehrenmitglied. Als Vertreter des SBV war er 17 Jahre Mitglied des Vorstands und engagierte sich in unterschiedlichen Funktionen für CRB – eineinhalb Jahre auch als Direktor ad interim.

Attraktives Rahmenprogramm
Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung erwartete die Teilnehmenden ein spannendes Rahmenprogramm. Zuerst präsentierte Wolfram Kübler von der WaltGalmarini AG die Besonderheiten der Planung und Realisierung des Elefantenhauses Zoo Zürich. Dabei zeigte er auf, wie aus Brettsperrholz in Kombination mit einer flächigen Vernagelung und mit Spannbeton für Ringbalken und Widerlager ein nachhaltiges Dachtragwerk realisiert werden konnte.
Danach gab es Gruppenführungen durch den Masoala-Regenwald, die auf sonst nicht zugänglichen Wegen spannende Einblicke in die madegassische Tier- und Pflanzenwelt boten.