eCCC-E

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Der Baukostenplan Hochbau eBKP-H (SN 506 511) gewinnt mit der zunehmenden Verbreitung der 3D-Modelle immer mehr an Bedeutung. Mit der laufenden Revision der Norm werden wichtige Weichen für die Anwendung in der Zukunft gestellt. Zusammen mit dem internationalen Standard IFC (SN EN ISO 16 739) lässt sich die Kostengliederung als Klassifikationssystem für Bauteile verwenden. Eine Anknüpfung an Kennwerte oder Ausschreibungen wird in naher Zukunft möglich sein. 

Auf den ersten Blick ist es nicht einfach nachzuvollziehen, warum der elementbasierte Baukostenplan Hochbau eBKP-H bereits nach fünf Jahren aktualisiert wird – zumal sich die Art der Bauteile in den Gebäuden in den letzten Jahren nur wenig verändert hat. Was sich dagegen sehr stark weiterentwickelt hat, sind die Sicht auf ein Gebäude und die Methoden der Planung mit 3D-Modellen. Konsequenterweise ist die Schweizer Norm eBKP-H deswegen im Kern erhalten geblieben. Sie wurde jedoch in Zusammenarbeit mit über 50 Experten aus der Schweizer Bauwirtschaft ergänzt. Nachfolgend wird ein Einblick in die geplanten Anpassungen gegeben, mit dem Vorbehalt, dass es bis zur Publikation der Norm Ende 2021 noch Änderungen geben kann. 

Neuer Titel 

Es existieren zahlreiche Interpretationen, was das vorangestellte «e» bedeutet. Um den Elementbezug zu betonen, heisst die Norm im Entwurf neu «Elementbasierter Baukostenplan Hochbau eBKP-H». Damit wird der Unterschied zum gewerkorientierten BKP besser sichtbar. 

Neuformatierung des Codes

Durch die neue Formatierung mit einer führenden Null ist es möglich, in mehr als neun Unterpunkte zu gliedern. Wichtig ist dies vor allem in der Hauptgruppe D «Haustechnik», um die Anlagen und Systeme sauberer zu gliedern und damit die Verständlichkeit zu erhöhen. Durch den Verzicht auf das Leerzeichen wird der Code in der IT besser verwendbar, um z.B. sprechende Schlüssel wie einen Link zu erzeugen.

Ein zweites Bezugssystem

Wie im Baukostenplan Tiefbau eBKP-T (SN 506 512) wird auch hier ein zweites Bezugssystem B eingeführt. Damit ist es möglich, neben den bisherigen Bezugsgrössen auch direkt Bezugsgrössen aus dem Modell einzuführen. Die Dokumentation dazu ist bereits in Entwicklung. Ausserdem wird es damit in Zukunft auch einfacher, Mengen und somit Kosten und Kennwerte zu plausibilisieren und zurückzuführen.

Abkürzung der Bezugsgrössen

Die Bezugsgrössen werden neu einheitlich in Englisch abgekürzt, um die Kompatibilität zwischen den Sprachregionen zu verbessern. Im Anhang der Norm wird in einer Liste die Verbindung zwischen den alten und den neuen Abkürzungen hergestellt.

Verbesserung für die Modellierung

Bei der Kanalisation wird nicht mehr zwischen «Leitungen unter dem Gebäude bis zum ersten Schacht» und den Werkleitungen unterschieden. Alle Werkleitungen innerhalb des Grundstücks werden bis zur Hauseinführung gemessen. Damit müssen die Leitungen nicht getrennt modelliert werden. Zugleich wurden einige neue Elemente geschaffen, um beispielsweise Geländer und Brüstungen von Balkonen besser abzugrenzen.

Klare Gliederung in der Haustechnik

Die Elementgruppen der Haustechnik sind neu auf Basis der Norm SIA 411 strukturiert: Quellen/Senken, Umwandlung, Speicherung, Verteilung und Übergabe. Mit der schärferen Trennung der Elementgruppen wird es auch möglich, diese mit den Systemen des IFC-Standards zu verbinden.

Ausblick

Die öffentliche Vernehmlassung des Entwurfs wurde am 8. November 2019 abgeschlossen. Der Entwurf ist wie bei jeder Standardisierung der kleinste gemeinsame Nenner zwischen allen Nutzern und Mitgliedern der Normenkommission. Verborgen bleiben zahlreiche verworfene Überlegungen. Der aktuelle Entwurf stellt jedoch eine gute Grundlage dar, um den eBKP-H modellfähiger zu machen und um Erfahrungen, auch in Zusammenhang mit dem sogenannten Regelsatz eBKP-IFC, zu sammeln. In vielen Gesprächen hat sich unsere Einschätzung bestätigt, dass seitens buildingSMART noch einige Definitionen im IFC-Standard notwendig sind, um Elemente und deren Mengen einheitlich korrekt zu verbinden. 

Um die Anwendung des revidierten eBKP zu erleichtern, plant CRB bereits ein Werkzeug zur Umschlüsselung von Kennwerten. Damit der Einstieg für «Neulinge» gelingt und der Mehrwert des eBKP besser verständlich ist, wird zusammen mit der überarbeiteten Norm kostenlos auch ein Schnelleinstieg zur Verfügung gestellt. Dort wird erklärt, wie der eBKP und die Erweiterung, das eBKP-Gate, funktionieren.

Fachliche Fragen oder Anregungen richten Sie bitte an Bärbel Buchholz, Projektleiterin Entwicklung, bb@crb.ch

Der Weg der Revision

Um die Qualität zu sichern und den eBKP-H als anerkannte Schweizer Norm beim SIA führen zu können, muss sich CRB als Herausgeber an den Leitfaden für Normenschaffende (SIA r72) halten.
Eine Revision, inklusive personelle Zusammensetzung der Kommission, muss beim SIA bzw. bei der Zentralkommission für Normen und Ordnungen (ZNO) beantragt und genehmigt werden. Erst dann kann die Normenkommission ihre Arbeit aufnehmen und das Ergebnis als Entwurf beschliessen. Dieser wird offiziell durch den SIA für zwei Monate in die öffentliche Vernehmlassung gegeben. Nach der Bearbeitung und Beantwortung der eingegangenen Kommentare durch die Normenkommission wird der Entwurf in das zweimonatige öffentliche Einspracheverfahren gegeben.

Somit besteht die Möglichkeit, die Umsetzung der Kommentare zu prüfen und gegebenenfalls nachzuverhandeln. Sobald auch die Übersetzungen fertiggestellt sind, kann dann der Freigabeantrag zur Publikation gestellt werden, und die überarbeitete Norm kann produktiv verwendet werden.