Comment la conception, la réalisation et l'exploitation des bâtiments évoluent-elles?

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Die gemeinsam von CRB und der FHNW organisierte Veranstaltung machte deutlich, dass die Digitalisierung nur Mittel zum Zweck ist und einen Kulturwandel voraussetzt. Wenn es der Branche gelingt, miteinander globale Standards für die Zusammenarbeit und erreichbare, sich am Nutzen orientierende Ziele festzulegen, ist langfristige Innovation möglich.

Einleitung & Keynote

Dr. Stephan Sigrist, Gründer und Leiter des Think Tanks W.I.R.E., setzte sich in seiner Keynote mit der Frage auseinander, was die Digitalisierung bewirken kann. Für ihn stehen die Anwendungsbereiche im Vordergrund: «Innovation findet dann statt, wenn man etwas machen kann: vernetzen, automatisieren, virtualisieren, realisieren.» Dabei geht es immer um den Nutzen. Es gilt, die immer grösser werdende Komplexität und die Vielfalt von Innovationen in Netzwerke einzubinden, Einzellösungen haben kein Potenzial: «Collaborate or die!» Am Ende seiner Ausführungen fasste er die Handlungsfelder zusammen: Es geht darum, ein differenziertes Verständnis von Digitalisierung zu entwickeln, Digitalisierung auf langfristige Innovation sowie auf die künftigen Bedürfnisse der Kunden auszurichten. Weitere Aufgaben sieht er darin, Ökosysteme aufzubauen, Netzwerke zu bilden, Kompetenzen zu bündeln und den Dialog von Mensch zu Mensch in den Mittelpunkt zu rücken.

Welche Kompetenzen braucht es für das Miteinander?

 

Wie sich die Zusammenarbeit verändert und welche Kompetenzen der Mensch für das digitale Bauen benötigt, war Thema des Referats von Manfred Huber, Leiter des Instituts Digitales Bauen an der FHNW. Er sieht Anforderungen auf drei Ebenen: es braucht digitale Werkzeuge, entsprechende Kompetenzen des Menschen und veränderte Prozesse. Die Erfahrung in anderen Ländern hat gezeigt, dass der geforderte Kulturwandel Widerstand auslöst und der Aufbau von neuem Wissen aufgrund von Fachkräftemangel sowie durch fehlende Anleitung und Prozesse viel Zeit benötigt. Damit das Miteinander in der Schweiz gelingt, müssen nach M. Huber folgende Voraussetzungen erfüllt sein: «Wir brauchen gemeinsame Ziele, diese müssen messbar sein, integrale Prozesse und Organisationsformen sowie Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Gestaltung und Moderation.»

Podiumsdiskussion

Unter der kompetenten Leitung von Dr. Barbara Bleisch, Philosophin und Moderatorin, setzten sich Vertreterinnen und Vertreter der Bauwirtschaft in unterschiedlichen Rollen mit den vorgetragenen Denkansätzen und Lösungen auseinander. Um den Besuchern und Besucherinnen der Veranstaltung das Zuhören zu erleichtern, wurden verschiedene Videoclips eingespielt, in denen die im Podium gestellten Fragen von weiteren Akteuren der Baubranche beantwortet wurden. Nachfolgend werden die wichtigsten Aussagen der Podiumsteilnehmer zusammengefasst.

Als Leiter Departement Betrieb und Mitglied der Geschäftsleitung des Kantonsspitals Aarau vertrat Sergio Baumann die Betreiber. Da ein Spital eine sehr komplexe Baute darstellt, ist das digitale Bauen für ihn selbstverständlich. Wenn alle abgeholt werden, führt Digitalisierung zur Demokratisierung. Die Daten gehören seiner Meinung nach dem Kunden, für ihn sind insbesondere die Daten für den Unterhalt sehr wertvoll.

Michel Bohren, der als Vorsitzender der Geschäftsleitung von CRB im Podium die Rolle des Standardisierers einnahm, betonte, dass er in den letzten drei Jahren eine starke Veränderung sieht: es gibt nicht mehr per se Widerstand gegen die digitale Transformation. Das Teilen von Daten und das Weitergeben von Informationen funktionieren aber noch nicht. Hier ist nicht die Software das Problem, sondern der Wandel: Die Digitalisierung muss Teil des Geschäftsmodells werden. Er bezeichnete die Daten als «das Gold der Zukunft», allerdings haben sie nur dann einen Wert, wenn man sie auch nutzen kann. Seine Empfehlung: «Wählen Sie das Beste aus der digitalen und der analogen Welt!»

Für die Architektin Julia Hemmerling, MSc ETH, stellt die Digitalisierung ein Mittel zum Zweck dar, sie darf nicht Selbstzweck sein. Sie betonte, dass es dank Digitalisierung heute möglich ist, Bauten zu Ende zu denken, bevor sie realisiert sind, und die digitale Methode dabei helfen kann, so zu bauen, dass Rückbau möglich ist. Sie will aber kein digitales Korsett. Im Weiteren verwies sie darauf, dass auch der Architekt Anspruch auf die Daten hat.

Marco Waldhauser, dipl. HLK-Ingenieur HTL/SIA, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Waldhauser + Hermann AG, vertrat die Fachplaner. Er hat bereits vor zehn Jahren am Stadtspital Triemli erste Erfahrungen mit BIM gemacht und dabei die Grenzen der Zusammenarbeit und der Methode kennengelernt. Seither ist er dabei, weiter zu lernen und auszuprobieren. Um die Möglichkeiten ausschöpfen zu können, ist es notwendig, kurzfristige und erreichbare Ziele zu definieren. Zudem braucht es globale Standards für die Zusammenarbeit. Auch der Umgang mit den Daten muss gelernt werden: «Wir müssen Wertschöpfung haben, der Bauherr ebenso.»

Als Vertreter für den Bildungsbereich wiederholte Manfred Huber seine bereits im Referat gemachten Aussagen: Es braucht einen Kulturwandel – das gilt für alle Beteiligten. Digitalisierung ist nur ein Hilfsmittel beim Umsetzen, entscheiden muss der Mensch: «Digitalisierung gelingt nur miteinander.» Dem Kunden gehören nur die Daten, die er braucht; welche das sind, muss er vorher klar mitteilen.