Treffpunkt für Hersteller und Lieferanten

Einmal pro Jahr organisiert CRB einen Anlass für eine spezifische Kundengruppe: dieses Jahr waren die Hersteller und Zulieferer an der Reihe. Am 24. September 2019 waren sie nach Schlieren eingeladen. Der geführte Spaziergang vermittelte den Teilnehmenden die rasante Entwicklung, welche die Stadt Schlieren in den letzten zehn Jahren durchlaufen hat. Die anschliessenden Vorträge bestätigten, dass sich in der Bauwirtschaft allgemein, aber auch bei CRB einiges tut – der digitale Wandel ist in vollem Gang.

Dass zuerst die Besichtigung der Stadtentwicklung Schlieren mit kurzem Halt bei der ersten vollständig mit BIM geplanten Migros der Schweiz auf dem Programm stand, hatte einen guten Grund. So waren die etwa 80 Teilnehmenden auf die ersten zwei Referate bereits vorbereitet.  Hans-Ueli Hohl, Leiter Abteilung Bau und Planung, lieferte den Hintergrund zu den zuvor besuchten Orten und erläuterte, wie durchdachte Gestaltungspläne und die clevere Stadtortförderung aus dem «Abfallkübel der Nation» ein begehrtes Wohn- und Gewerbegebiet gemacht haben. Piotr Dawidowicz, Projektmanager Migros, zeigte auf, welche Herausforderungen sich beim ersten vollständig mit BIM realisierten Projekt stellten, und wie es möglich war, direkt aus dem 3D-Modell die Kosten nach eBKP-H und die Ausschreibung nach NPK zu generieren.

Digitalisierung und Standards

Wie die SBB ihre Produktanforderungen und Dokumentationen in BIM-Projekten digitalisieren, war Thema des Beitrags von David Fäh, Leiter BIM@SBB, und Patrick Suppiger, Leiter BIM@SBB Hochbau Schlieren. Sie stellten ihre Vision in diesem Zusammenhang vor und betonten, dass es für die SBB nun wichtig ist, «die richtige Menge an Attributen zu definieren, welche die genügende Genauigkeit für den Unterhalt haben und den Aufwand in der Datenerstellung und im Unterhalt minimal halten». Das von CRB erarbeitete Standardmapping IFC-eBKP soll hier konsequent genutzt werden.

Welche Chancen das GS1-System – the Global Language of Business – der Bauwirtschaft eröffnet, erläuterte Dr. Uwe Rüdel, Branchenmanager GS1 Switzerland. Er zeigte auf, wie Barcodes zur Automatisierung der Wertschöpfungskette beitragen können und informierte über nationale und internationale Aktivitäten.

Philipp Hauzinger, CEO mtextur, präsentierte die digitale Materialbibliothek für CAD- und BIM-Texturen. Mithilfe von Filmen machte er deutlich, wie einfach es ist, das Modell mit Baumaterialien oder Texturen so zu ergänzen, dass man sich einen Raum oder ein Gebäude ganz leicht vorstellen kann. Bis heute haben 48 Hersteller 48'000 Texturen auf das digitale Materialarchiv gestellt. Auch auf der CRB-Bauprodukte-Plattform prd.crb.ch sind zahlreiche Texturen zu finden. Seit Juli laufen sämtliche Vertriebsaktivitäten von mtextur in der Schweiz über CRB.

Wie sich Leistungsbeschreibungen mit Produktinformationen verbinden lassen, zeigte René Maurer von der First Application AG. Er demonstrierte am Beispiel eines Fensters, wie der Anwender auf der Grundlage des NPK in wenigen Minuten ein vollständiges Devis erstellen kann.

Im Referat zu Produktdaten im Lebenszyklus von Bauwerken zeigten die CRB-Projektleiter Stefan Reiser und Davis Kantor schliesslich auf, dass eine Standardisierung der Form und der Eigenschaften in der Beschreibung von Bauelementen in einer immer komplexeren Informationsdichte einen wichtigen Pfeiler für die Verständigung im Bauwesen darstellt. Mit der Erarbeitung von sogenannten Product Data Templates (PDT) und Product Data Sheets (PDS) wird diese momentan vorhandene Lücke geschlossen. Mittlerweile können die ersten Resultate in Form eines mit internationalen Regelwerken (buildingSMART Data Dictionary, kurz bSDD) verknüpften Prototypen in einer digitalen Planungsumgebung geprüft und in Zusammenarbeit mit Baufachleuten sukzessive verbessert werden.

Magischer Abschluss

Um den Übergang von den anspruchsvollen technischen Ausführungen zum persönlichen Austausch beim Apéro zu erleichtern, hat CRB «magische» Hilfe in Anspruch genommen. Pat Perry öffnete den Anwesenden mit seinen Zauberkunststücken eine andere Welt und sorgte damit für einen entspannten Ausklang.