BIM Camp 2018

netzwerk_digital steht für Kultur des Miteinanders

(solo in tedesco)

Der zweite Tag des diesjährigen BIM Kongresses in Basel stand ganz im Zeichen der praktischen Anwendung. Die Teilnehmenden konnten sich in drei parallelen Sessions über Themen wie Maschinenlesbarkeit, Kollaboration, Wissens-transfer, Best Practices oder innovative Lösungen und Produkte informieren und austauschen.

Image BIM Camp 2018

Dass es bei der Umsetzung von BIM bzw. bei der Digitalisierung der Baubranche vor allem um das Miteinander, das Schaffen von Verbindungen geht, ist mittlerweile allen Beteiligten klar. Das netzwerk_digital, eine vor zwei Jahren von den Branchen-organisationen SIA, CRB, Bauen digital Schweiz sowie von den öffentlichen und privaten Bauherren KBOB und IPB ins Leben gerufene Initiative, setzt sich für die Vernetzung und Koordination der Aktivitäten im Bereich der Digitalisierung ein.

Michel Bohren, Präsident des Netzwerks, informierte am BIM Kongress über die nächsten Schritte: Zum einen soll die Geschäftsstelle «schlagkräftiger werden» – dafür wird sie ab Januar 2019 direkt beim SIA angesiedelt –, zum anderen wird die Organisation für weitere Partner und Kompetenzträger geöffnet.

Umsetzung der Digitalisierung
Der neue Geschäftsführer des SIA, Joris Van Wezemael, betonte, dass der SIA mithelfen will, den Transformationsprozess weiterzubringen: Nur über den Wandel nachzudenken, reicht nicht mehr, «der SIA will den Wandel gestalten». Im Mittel-punkt sollen nicht mehr einzelne Akteure stehen, sondern Themen wie Bildung, Normierung, die noch stärkere Einbindung der Partner.
Wie CRB seine Standards im Kontext von BIM weiterentwickeln will, erläuterte CRB-Direktor Michel Bohren. «Wir arbeiten intensiv daran, die vorhandenen Standards so weiterzuentwickeln, dass zukünftig Informationen wie Mengen und Kosten direkt aus dem Modell geholt und weitergegeben werden können.» Weitere Schwerpunkt-themen bilden die bauteilorientierte Ausschreibung sowie standardisierte Produkt-daten-Templates PDT. «Das System bleibt gleich, aber wir brauchen neue Werkzeuge und neue Softwarelösungen.»

Für Markus Weber, Präsident Bauen digital Schweiz, sind Use-Cases entscheidend für den BIM-Prozess. Für ihn geht es in erster Linie darum, die Kultur der Zusammenarbeit zu ändern. Seine Vision ist es, «eine durchgängige Kooperation entlang der Wertschöpfungskette zu erreichen, Kompetenzen zu vernetzen und den nationalen und internationalen Austausch zu fördern». Erreicht werden kann dies mithilfe der nutzungsorientierten Anwendung: «Wenn sich alle Akteure als Teil eines Prozesses sehen, werden aus Schnittstellen Verbindungsstellen.»

An der abschliessenden Podiumsdiskussion nahmen auch Vertreter der beiden Bauherrenorganisationen teil. Dabei wurde deutlich, dass die Verbesserung der Bestellerkompetenz eine weitere wichtige Grundlage für die Umsetzung der Digitalisierung darstellt.