Rückblick

BIM-Methodik meets CRB-Standards.

(seulement en allemand)

Offensichtlich lag CRB mit dem Thema der ersten drei CRB IMPULSE Power-Seminare genau richtig:
Über 700 Baufachleute nutzten die Chance, sich in Olten, Rorschach und Zürich über die BIM-Methodik im Zusammenhang mit den CRB-Standards sowie über aktuelle Projektinitiativen bei CRB zu informieren.

Image Rückblick

Marc Pancera, Leiter BIM, Itten+Brechbühl AG, führte am Musterprojekt der neuen SIA-Dokumentation D0270 vor, wie – aufbauend auf dem elementbasierten Baukostenplan Hochbau eBKP-H – eine modellbasierte Mengenermittlung nach IFC-Schema möglich ist. Anhand des für die Swissbau erarbeiteten Prototyps demonstrierte er, wie kostenrelevante Bauteile und ihre Quantitäten in einem 3D-Modell eBKP-konform selektiert und als «Stückliste» exportiert werden können. Bereits heute lassen sich auf diese Art einzelne Modellelemente anhand bestehender Merkmale nach eBKP-Struktur klassifizieren und dem internationalen Standard IFC4 zuweisen. CRB arbeitet gegenwärtig daran, diese Zuordnung auch auf Ebene der standardisierten Strukturerweiterung eBKP-Gate zu überprüfen. Am Ende seiner Ausführungen ging Marc Pancera auf die Entwicklungsmöglichkeiten des heutigen Normpositionen-Katalogs NPK ein:
Durch Extraktion der dort enthaltenen Bauteilbeschreibungen in strukturierte Produktdatenvorlagen (Product Data Templates PDT) sowie durch die Präzisierung mittels spezifischer Produkteigenschaften (Product Data Sheets PDS) wären in Zukunft standardisierte und modellbasierte Ausschreibungen möglich. Dies könnte sowohl den Ausschreibungsprozess als auch den Offertvergleich wesentlich vereinfachen.

Was heute bereits möglich ist
Auf der Plattform einer nach IfA18 zertifizierten Bauadministrations-Software zeigte Erich von Ah, Leiter Entwicklung swiss IT-Factory AG, auf der Grundlage eines IFC-Modells den Datenimport und die direkte Zuweisung zum Baukostenplan eBKP-H auf. Im Ergebnis erhält der Planer so ein Rohdevis nach Normpositionen-Katalog NPK. An der anschliessenden Livedemo erweiterte der Referent die Realität der Anwesenden: Mithilfe seines Smartphones und der Augmented-Reality-Techno-logie ging er mit ihnen durch Bauobjekte und berechnete mit einer App direkt auch noch das Ausmass.

Standards als Grundlage der Digitalisierung
Im dritten Vortrag präsentierte Daniel Riondel, Projektleiter CRB, aktuelle Initiativen seitens CRB im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Diese verfolgen das Ziel, die bestehenden Standards und Klassifizierungen so weiterzuentwickeln, dass sie in Zukunft maschinenlesbar und die entsprechenden Informationen in Daten-form austauschbar sind. Standards bilden eine gemeinsame Verständigungs-basis für die Digitalisierung. Für die BIM-Methodik existieren auf internationaler Ebene bewährte Standards der nicht-staatlichen Non-Profit-Organisation buildingSMART International, darunter das Daten-Wörterbuch Data Dictionary.
Da sich die Baubranche durch eigene, spezifische nationale Anforderungen auszeichnet, ist es jedoch notwendig, für den nationalen Kontext ebenfalls standardisierte Definitionen zu erarbeiten. Als diejenige Organisation, welche der Schweizer Bauwirtschaft seit fast 60 Jahren Standards zur Verfügung stellt, hat CRB diese Aufgabe übernommen und begonnen, für die Schweiz eine solche Terminologie für Bauteile bzw. Elemente mit dem Fokus auf das Thema Kosten zu definieren. Neben der Terminologie spielen Bezugsgrössen und Ausmassregeln eine wichtige Rolle. Auch hier ist eine gemeinsame Verständigung notwendig. Dasselbe gilt für Bauproduktinformationen, die heute ebenfalls noch keine einheitliche Struktur besitzen und sich oft nicht vergleichen lassen. Aus diesem Grund ist CRB gegenwärtig dabei, strukturierte Produktdatenvorlagen (PDT) zu entwickeln, und setzt sich mit der Frage auseinander, wie diese zukünftig in die Leistungsbeschreibung eingebunden werden können.

Vorsprung durch Wissen
Anfang Juni 2018 startet bereits die zweite Serie der kostenlosen CRB IMPULSE-Veranstaltungen unter dem Titel «Mit aktuellen Standards zu mehr Effizienz im Baualltag». CRB erläutert – in Zusammenarbeit mit dem Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM sowie dem Verein eco-bau –, welche Vorteile und Chancen sich aus dem erweiterten Datenaustauch nach IfA18 ergeben, wie mit den überarbeiteten NPK-Kapiteln für Schreinerarbeiten und Türen fachgerechte Leistungsverzeichnisse erstellt werden können und welche Hilfsmittel die Ausschreibung nachhaltiger Bauleistungen unterstützen.