Swissbau Focus Workshop

Produktdaten und kostenrelevante Elementeigenschaften im BIM-Modell.

Nur einheitlich strukturierte Produktinformationen lassen sich vergleichen und austauschen.

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Wie Eigenschaften von Bauteilen auf der Basis standardisierter Bauteilbeschreibungen in unterschiedlichen Systemen eindeutig spezifiziert werden können, war Thema dieses Workshops. Weiter wurde gezeigt, wie künftig in Produktdatenbanken nach Produktbeschreibungen gesucht werden kann, welche der Spezifikation genügen.

Marc Pancera, Leiter BIM, Itten+Brechbühl AG, führte am SIA-Musterprojekt der neu erscheinenden SIA-Dokumentation D0270 vor, wie basierend auf dem elementbasierten Baukostenplan Hochbau eBKP-H eine modellbasierte Mengenermittlung nach IFC-Schema möglich ist. Um das Ganze nachvollziehbar zu machen, zeigte er anhand eines Prototyps auf, wie kostenrelevante Bauteile und ihre Quantitäten in einem 3D-Modell eBKP-konform selektiert und als «Stückliste» exportiert werden können. Bereits heute lassen sich somit einzelne Modellelemente anhand bestehender Merkmale nach eBKP-Struktur klassifizieren und dem internationalen Standard IFC4 zuweisen. CRB arbeitet gegenwärtig daran, diese Zuordnung auch auf Ebene der standardisierten Strukturerweiterung eBKP-Gate zu überprüfen. Im Ausblick seines Vortrags stellte Marc Pancera die Weiterentwicklungsmöglichkeiten des heutigen Normpositionen-Katalogs NPK dar: Durch Extraktion der hierin enthaltenen Bauteilbeschreibungen in strukturierte Produktdatenvorlagen (Product-Data-Templates PDT) sowie deren Präzisierung durch spezifische Produkteigenschaften (Product-Data-Sheets PDS) wären in Zukunft standardisierte und modellbasierte Ausschreibungen möglich, was den Ausschreibungsprozess sowie den Offertvergleich wesentlich vereinfachen könnte.

Daten maschinenlesbar machen
Ergänzend dazu erläuterte Dr. Thomas Schmidt, Key Account Manager bei der Holcim (Schweiz) AG, warum der weltweit tätige Baustoffkonzern gemeinsam mit CRB daran arbeitet, die digitalen Daten so zu strukturieren, dass sie in Form von PDT und PDS maschinenlesbar werden. Aus Herstellersicht geht es darum, eine Bibliothek mit Produktdaten für digitale CAD-Modelle zu entwickeln, deren Inhalte auf einer standardisierten Struktur basieren. «Da wir ein globaler Player sind, ist der Abgleich mit internationalen Standards wichtig». Dies ermöglicht nicht nur einen reibungslosen Datenaustausch, sondern bietet nach Aussage von Dr. Thomas Schmidt auch den Mehrwert, dass bei den Übergängen von der Planung zur Ausführung und von der Ausschreibung zur Bestellung Fehler vermieden werden.

Ausblick
Wie CRB die vorgestellten Themen in den nächsten Monaten weiterbearbeiten wird, fasste Daniel Riondel, Projektleiter Entwicklung bei CRB, abschliessend zusammen: Prüfung des heutigen CRB-Standards eBKP-Gate im Hinblick auf den neuen Anwendungsfall BIM, Erarbeitung strukturierter Produktdatenvorlagen PDT sowie deren Einbindung in die zukünftige Leistungsbeschreibung. Derzeit werden Experten- und Arbeitsgruppen, die Inputs aus der Praxis einbringen, zusammengestellt.

Kontaktadresse für weitere Informationen: Daniel Riondel, dar@crb.ch