CRB IMPULSE

Aktuelle News zur Baukostenermittlung und Ausschreibung.

Bereits über 300 Baufachleute haben die Chance genutzt, sich in Rorschach und Horw über die praktische Anwendung der standardisierten CRB-Arbeitsmittel zu informieren.

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Die diesjährigen CRB IMPULSE Power-Seminare zeigen auf, was in Zeiten fortschreitender Digitalisierung heute bereits möglich ist und wohin der Weg führt. Im Juni werden in Zürich und Olten zwei weitere Seminare angeboten.

Vor 60 Jahren erhielt CRB den Auftrag, Arbeitsmittel für die Verständigung und Rationalisierung im Bauwesen zu entwickeln. Michel Bohren, Vorsitzender der CRB-Geschäftsleitung, bestätigte in seiner Begrüssung, dass dieser Auftrag unverändert gilt und CRB die tägliche Herausforderung annimmt, «Beständigkeit und Innovation zu vereinen». Was das konkret bedeutet, machten die verschiedenen Referenten in ihren Beiträgen zu den Themen «modellbasierte Kostenermittlung» und «Ausschreibung nach NPK» deutlich.

Modellbasierte Kostenermittlung

Zunächst gab Tanja Heublein, Leiterin Entwicklung und Technologie, einen kurzen Überblick über den ausführungsorientierten Baukostenplan BKP sowie über die elementorientierten Baukostenpläne eBKP und stellte die standardisierte Strukturerweiterung eBKP-Gate vor. Um Kosten zu ermitteln, braucht es eine Bezugsgrösse – deren Ermittlung kann den Anwenderhandbüchern zum eBKP entnommen werden – sowie Kostenkennwerte, z.B. aus den zwei Objektarten-Katalogen. Marcel Chour, Projektleiter CRB, erläuterte anschliessend, welche Voraussetzungen für eine modellbasierte Kostenermittlung erfüllt sein müssen. Hier hat CRB mit verschiedenen Partnern das IFC-Datenschema mit den Baukostenplänen eBKP verbunden. Sowohl für den Hoch- als auch für den Tief- und Infrastrukturbau wurde ein erster Regelsatz publiziert, der nun in der Praxis getestet werden kann.

Philipp Escher, Head of BIM-Consulting IDC AG, demonstrierte mit einem Tool zur Überprüfung der Qualität eines BIM-Modells, wie auf der Basis dieses Regelsatzes Mengen direkt aus dem CAD-Modell automatisiert ermittelt und weitergenutzt werden können.

Neue Web-Applikation mit aktuellen Kennwerten

György Orbán, Projektleiter CRB, kündigte an, dass CRB ab Mitte Jahr nach eBKP-Methodik strukturierte Kennwerte unterschiedlichster Objektarten zur Verfügung stellt. Dabei wies er auf die Qualitätsmerkmale für Kennwerte hin und erklärte, wie die Anwender künftig schnell und preiswert zu relevanten Kennwerten kommen. Die neue Web-Applikation unterstützt sie bei Erfahrungslücken, hilft ihnen, eigene Kennwerte zu plausibilisieren und erhöht die Genauigkeit ihrer Kostenschätzung.

Mehrwerte aus der Ausschreibung mit NPK

Mit dem Normpositionen-Katalog NPK lassen sich einheitliche, eindeutige, vergleichbare und rechtssichere Leistungsbeschreibungen erstellen. Welche Vorteile dies für Bauherren, Planer und Unternehmer bringt, erläuterte das Begleitgruppen-Mitglied Daniel Elsener gemeinsam mit Kirsten Grossmann, Projektleiterin CRB, am Beispiel des neu publizierten NPK 241 «Ortbetonbau». Sie verglichen die Ausschreibung mit einem Film und erläuterten, warum ein «Happy End» für alle Beteiligten dann am wahrscheinlichsten ist, wenn das Leistungsverzeichnis auf der Basis des neuen NPK-Kapitels erstellt wird: Die von Fachleuten aktualisierten und an neue Normen, Gesetze und Technologien angepassten Texte erleichtern den Offertvergleich und helfen, Nachträge zu vermeiden.

Ein weiteres Hilfsmittel für korrekte Ausschreibungen sind Musterleistungsverzeichnisse MLV. Wie das Zusammenspiel zwischen CRB-Arbeitsmitteln und MLV der Hersteller funktioniert, war Gegenstand der Ausführungen von Monika Ulrich, Marketing Manager Velux (Schweiz) AG. Sie illustrierte, wie einfach es ist, direkt aus einer nach IfA18-zertifizierten Bausoftware und der Bauprodukte-Informationsplattform prd.crb.ch fachlich korrekte Leistungsbeschreibungen für Dachfenster online zu erstellen.

Der NPK von morgen

Das Innovationsprojekt «bauteilbasierte Ausschreibung» untersucht, in welche Richtung sich der Arbeitsprozess entwickelt. Gemäss Stefan Reiser, Projektleiter CRB, sollen Ausschreibungen in Zukunft mit einem hohen Automatisierungsgrad direkt aus dem digitalen Bauwerksmodell erstellt werden können. Dafür muss der bewährte NPK so weiterentwickelt werden, dass dem Anwender strukturierte Informationen in segmentierten Einheiten zur Verfügung stehen. Selbstverständlich sollen die Vorteile des heutigen NPK dabei erhalten bleiben. Mithilfe eines zusammen mit der ZHAW entwickelten Prototyps gab er einen ersten Einblick in die bauteilbasierte Ausschreibung auf Basis des NPK.

Bevor die Teilnehmenden sich beim Apéro mit Berufskolleginnen und -kollegen austauschen konnten, stellte Reto Helbling, Leiter Services bzw. Darko Gajic, Beratung, noch eine Reihe neuer Produkte und Dienstleistungen vor, die zur Optimierung von Arbeitsprozessen beitragen. Insbesondere ging er auf die neuen Möglichkeiten des erweiterten Datenaustauschs ein, welche CRB zusammen mit rund 20 Softwareanbietern umgesetzt hat. Damit können neu Bilder, Pläne und weiterführende Textinformationen direkt im Leistungsverzeichnis nach NPK übermittelt werden. Er forderte die Anwender auf, sich bei ihren Softwarelieferanten nach den entsprechenden Programm-Updates zu erkundigen, sodass sie von diesen Vorteilen umgehend profitieren können.

Zum Schluss machte er noch auf die Ergänzung des NPK-Editors aufmerksam: Sie erlaubt den Unternehmern, ihre individuellen Offertpreise positionsbezogen dem statistischen Marktpreis gegenüberzustellen. Das Publikum bekam damit einen Eindruck, wie die Digitalisierung den Alltag erleichtern kann.